Damit hat Shakespeare so was von Recht: Wenn das eigene Ethos nicht in ganz enger Verbindung zum Gebrauch der Macht steht und die Lust am Machtspiel selbst größer ist als die sinnvolle Wirksamkeit, dann wird die Grenze zum Machtmissbrauch sehr einfach überschritten.

Dies gilt absolut für psychisch gesunde Personen. Als psychisch krank werden die Menschen angesehen, die zwar in Einklang mit ihrem eigenen Ethos handeln, in diesem allerdings unmenschliche, grausame und gegen andere gerichtete Einstellungen so fest verankert sind, dass jegliches Unrechtsbewusstsein ausschließt. Das umgangssprachlich „schlechte Gewissen“ ist per Definition nur bei gesunden Menschen vorhanden.

Wenn wir davon ausgehen, dass in diesem Sinne hoffentlich die meisten Menschen gesund sind, können wir tatsächlich bei Beobachtung von Machtmissbrauch häufig die Gewissenskarte spielen.